Die London Metal Exchange (LME) – Wie entsteht eigentlich der Aluminium-Preis?


Preise sind keine Willkür, sondern ergeben sich aus Angebot und Nachfrage. Die Abläufe dahinter sind aber wenigen Menschen geläufig, so auch im Fall der NE-Metalle. Zum Beispiel Aluminium, dessen Preis sich am Kurs der London Metal Exchange orientiert.

Die Börsenhandelsgesellschaft „London Metal Market and Exchange Company“ besteht bereits seit 1877. Erst wurden nur Kupfer und Zinn sowie Roheisen gehandelt. Im Jahr 1978 wurde der erste Aluminium-Kontrakt (Primary Aluminium) und 1992 der Aluminium Alloy-Kontrakt eingeführt. Entsprechend konnte der Preis von Aluminium an Angebot und Nachfrage gemessen werden. Die LME ist inzwischen als Referenzkurs für NE-Metalle weltweit anerkannt und bildet so den Weltpreisindikator. Es ist der weltgrößte Handelsplatz für NE-Metalle.

Welcher Preis am Ende für das Material bezahlt werden muss, entscheidet sich im Handelsraum der Börse. Dank seiner runden Form auch „Der Ring“ genannt. Hier sitzt ab 11:40 Uhr Londoner Zeit je ein Händler einer zugelassenen Firma und trägt zur lauten Geräuschkulisse bei. Informationen, Preise, Mengen und weitere Angebote werden durch die Halle gerufen. Auch die weltpolitische Situation beeinflusst die Verhandlungen. Im 5-Minuten-Takt werden die einzelnen Metalle gehandelt. Nach Ablauf der 5 Minuten unterbricht eine Glocke das Geschrei und das nächste Metall wird gehandelt. Wenn alle Metalle gehandelt wurden, gibt es eine kurze Pause (auch Intervall genannt).

Nach der Pause beginnt der zweite Ring, der im Grunde genauso abläuft wie der erste, nur geht es nun noch turbulenter zu, da nach diesem Ring der Weltmarktpreis für jedes Metall festgesetzt wird. Die jeweils zuletzt getätigten Abschlüsse definieren den offiziellen Kurs in US-Dollar (LME Officials). Diese dienen als Basispreis für die physischen Kontrakte.